The Rattlesnake Orchestra

Dans les rues

“Il faut partir dans la nuit avant la télé publie ton ID.
En casse de bon conduit, toutes des forces vont chercher ton nom.
D’un seul coup, ton image se change dans un signalement!”

Wir spielen für Freiheit, Frauen, Cuba Libres. Gegen Krieg, Armut und Unterdrückung. Mit Herz und Überzeugung an der Sache. Wir wollten was verändern. Und wollen es immer noch!

Optimismus ist nur eine Form des Schlechtinformiertseins!


Bandinfo

Lagerfeuer am Strand. Darin schmoren die Autoreifen, die ein Gelegenheitsgipsy kürzlich dachte, im Namen der Freiheit brauchen zu können. Es weht der Reisewind über das Meer, man erwartet einen säbelrasselnden Pirate de Mayence mit feuerrotem Halstuch oder pechschwarzem Hut, der die dreckige Flagge der Livemusik schwingt. Dahinter könnte der räudige Köter, die einäugige Katze oder die Gans der Kapelle trotten, um zu beobachten, wie Tornados zu tanzen beginnen, wie Bläserklänge durch die Luft schwirren und wie neun gestandene Männer Musik zelebrieren, die dich ins Auge des Sturms blicken lässt. Plötzlich scheint die Sonne im Hinterhof, der Cuba Libre fließt bergauf, Steuerbord ist links, unten ist oben, weiße Unterhemden werden braun – genau wie der tequilla blanco. Und fort sind alle verdammten Gedanken an den Plastikpop des vermaledeiten Mediendschungels. Goldkettchen und Sneakers geschnürt, den roten Stern im Visier und die Wandergitarre gesattelt: so wird The Rattlesnake Orchestra zum Salz in den Augen der Musikindustrie.

Wir hatten nicht viele gute Ideen, aber diese Kapelle zu gründen war die beste davon. ON JOUE MÚSICA MESTIZA, davon wird die Welt nicht besser, aber wenigstens der Abend.

Musikstil

Wir spielen Música mestiza! So wird Musik bezeichnet, in der sich Musikstile aus Lateinamerika wie Salsa, Rumba und Cumbia mit verschiedenen Einflüssen aus der Pop- und Rockszene vermischen, vor allem mit Ska, Rap, Reggae und Punkrock.


Nach durchzechter Nacht wurde es etwa so umschrieben: Manu Chao hätte von dieser Kapelle geklaut, wenn es ihre spanischen Songs vor „King of Bongo“ schon gegeben hätte. The Cat Empire wollten schon immer mal auf ein Konzert von The Rattlesnake Orchestra. Die Jungs vom Blumentopf stylen wie Jonas. Die Saïan Supa Crew ist stinkeneidisch auf den Hit-Track „Yussuf Maria Sanchez“. Tryo schwärmen seit Kindesbeinen von den französischen Hochgeschwindigkeits-Chansons „Mal à la tête“ und „Ioeeh“. Die Mighty Mighty Bosstones fragen sich ständig, warum sie nicht auch diese verdammt heißen Bläser-Grooves spielen. Música mestiza steht auf der Fahne von The Rattlesnake Orchestra: tanzbar, anfassbar, trinkbar … und sonderbar.

Besetzung

Fabosz singt für die Heilige Jungfrau von Guadeloupe als gäbe es kein Schiff zurück. Viel zu oft treibt er sich damit selbst zum hauseigenen Orchesterarzt, der ihm schon allerlei Stimmbänder verschiedener Tiere implantieren musste.

Marti G. muss immer darauf achten, beim Grinsen auch noch Gitarre zu spielen. Als diplomierter Klapperschlangenzüchter hat er bereits unzählige Studien an den verschiedensten Exemplaren vorgenommen. Die Studien wurden unzensiert an der Universität von Wladiwostock publiziert.

Señor Mo hat sich sein Gitarrenspiel an der chilenischen Inlandsairline “Obra de Dios” abgeschaut. Möglichst schnell! Wenn er dabei Kopf über spielen muss, liegt dies nur an der Überdosis Mate in seinem Blutkreislauf.

Kayhawaii spielt immer noch den Bass, mit dem sein Urgroßvater einst beim Hunsrücker Turmfestspiel den Turm zum Einsturz brachte. Keine Überlebenden.

Jones braucht keine Texte zu schreiben – die sprudeln einfach aus ihm heraus. Den Überschuss an Zeit verwendet er für seine eigene Modelinie “Cut off Sleeves”.

Il Piccolino ist der einzige Batterieur, der den Menschen in der ersten Reihe Kopfhörer schenkte. Als Konsequenz daraus hat er seine aus einer alten Antopolow geschweißte Bassdrum gegen ein Kinderset getauscht. Spielt sich aber genauso.

Carpe konnte schon als Kind so feste in Blech blasen, dass es uns viel Überzeugungskraft gekostet hatte, bis er sein Amt als Weckrufbläser in den Vogesen niederlegte und seine alte Trompete wieder ausgrub.

Ruppinho ist das Nesthäkchen im Klapperschlangen-Orchester. Er hat das Saxophon-dudeln in einem Mathematik-Institut im Kongo ausgefeilt. Seit seiner Wiederkehr ist er etwas seltsam – besitzt auch sehr viele Puppen mit so Nadeln drin – aber dudeln kann er wie ein junger Gott.

Oh Gott, die Gipsys kommen! Macht die Hintertür auf, schnell!:


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