17.08.2008 - PENG! WIR SIND IN FRANKREICH

Peng! Wir sind in Frankreich

Nach ‘nem Bombenfest in Mainz, Verabschiedung der ehrenwerten PENG-Gesellschaft und gegenseitige Lobhudelei.Frisch, fromm, fröhlich, frei ging’s nach Frankreich, dem Land des Käses, des Weines und der lüsternen Frauen. Doch statt des Käses, des Weines und erst recht der Frauen, empfing uns Remy, sein Bauernhof, eine kleine Schleuse, ein Lagerfeuer, viel Land und sehr viel Heu. Wir genossen die herzliche Gastfreundschaft unseres Herbergsvaters Remy, einen köstlichen Nudelsalat und prächtige Buletten von Fabbes’ Mama. Auch dafür ein Dankeschön. Ein wenig erschöft aber sicher und glücklich in Frankreich angekommen freuen wir uns auf den ersten Arbeitstag im Herzen Straßburgs.

Heutige Beschlüsse:

  1. Verlustliste führen, wobei diese unterteilt wird in materielle und physische Verluste.
  2. Wir erkennen: CarPe trägt FlipFlops (zum ersten mal).
  3. Topf kaufen. (Wichtig!)
  4. Punkt 1 auf heute verschoben:

materielle Verluste:

  1. 1 1/2 Campingstühle dekonstruiert.
  2. Christoph’s Sonnenbrille.

physische Verluste:

  1. Martin T. leicht erkältet, ASS+C-Behandlung eingeleitet.
  2. Plombe verloren… armer Moritz. Finderlohn: ein halber Hut.
Lagerfeuer bei Remy

18.08.2008 - Wie lange dauert eigentlich ein Tag in Frankreich?

Straßburger Kühe

An Tag 3 festgestellt: Tag 2 noch nicht zu Ende. Es war schlicht ein paar Stunden dunkel. Nach dem Aufwachen in Remy’s Hof und kurzem Frühsport unter Einbindung der ansässigen Kuhherde war klar:

Zum Zigeunermahl

Es muss was geschafft werden! Auf nach Straßburg zum gemütlich Frühstück am Rhein…

Geld liegt auf der Straße

Zwei geschlagene Stunden war es dann aber wirklich an der Zeit und das Rattlesnake-Banner berührte zum ersten mal französische Pflastersteine. Unter mindestens zwei zugedrückten Augen der Straßburger Polizei folgten 30 Minuten “The Rattlesnake Orchestra – dreckig, laut und vor allem ehrlich”. Direkt im Anschluss (also ca. 2 Stunden später) gab’s die Zugabe in der Hausboot-Kneipe “Strasbourg Plage – Sans Plage”. Neue Idee: “Hopp Jungs, wir fahren direkt ans Ziel!”
Wir entschlossen uns im Downtown-Headquarter des Orchesters den Eintopf vom Einweggrill zu nehmen, ihn wegzukippen und dann als blondgefärbte Surfband in Marseille zu starten.
Kurz und knapp: Tourplan vollkommen verworfen, neue Strecke von Süden nach Norden statt umgekehrt.

Gipsys on the Road

“Mädels und Jungs, wir fahr’n zum Strand!”

materielle Verluste:

  • Camping-Gaskocher sinnfrei vernichtet
  • Erste Schlüpfer sind durch.

physische Verluste:

  • Eklatante Schäden im Magen-Darm-Trakt jeglicher Bandmitglieder durch “Eintopf à la route”.
  • Trommler bekam Nasenbluten zum Frühstück

19.08.2008 - Bonjour Marseille / Sprung ins Wasser

Kekse sind teuflisch rar!

Dank dir, Kay. Die ganze Nacht mit Streichhölzern zwischen den Lidern durchgefahren. Das Orchester ist nach zahllosen Kilometern auf einer halsbrecherischen Landstraßen- Route und bei sengender Hitze 17 Stunden und gefühlten 5637 Kreiseln in Marseille eingetroffen.

Marseille ist atemberaubend. Hupend und schreiend kämpfen wir uns durch die chaotische Innenstadt voller Marseillianer. Erste Anfragen in Bars und Cafés scheinen vielversprechend und uns wird die herausfordernde Aufgabe bewusst, der wir uns gestellt haben. Hier zu überleben wir harte Arbeit!

Geile Scheiße, wir sind da!

Dank vietnamnesischer Hilfe finden wir glücklicherweise gegen halb elf einen gnädigen Campingplatz-Platzhirsch namens Khader in Rognac und schlagen unsere Zelte direkt am Strand auf. Kostenlos. Gipsy-Schwimmen und sieben Flaschen Rosé versüßen uns den Abschluss eines harten Tages.

Marseille bei Nacht

Beschlüsse:

  • Mehr auf die Aktionen von Jonas achten
  • Weniger miteinander reden…
  • Mehr Wein, weniger Bier
  • Mehr Straßenmusik, mehr Geld
  • Mehr Steine ins Wasser werfen … hüpfhüpf!

materielle Verluste:

  • Autoreifen geplättet
  • Martin B.s Schlüpfer gibt auf
  • CarPes Sonnenbrille nunmehr linkslastig und glasfrei

physische Verluste:

  • Martin T.s Stimmbänder bisschen weniger scheiße
  • Schnittwunde am linken Mittelfinger wertvoller Trommlerhände
  • Viele Musikanten melden Hautverluste durch Verbrennungen achten Grades

20.08.2008 - Est-ce que je peux utiliser votre toilette?

Jonas flowt

“Um 11 müssen wir aber spätestens los!”
Immer wieder treibt uns die Suche nach ner Internetverbindung in die ortsansässigen McDonalds-Buden, in Südfrankreich scheinbar die einzig zugänglichen Wi-Fi-Hotspots. So gibt’s fast täglich ‘nen Cheeseburger zum Frühstück um mampfend genau diese Artikel hier auf die Seite zu beamen. Genauso so startete Tag 4 (13.30 Uhr).

Die Fahrt in die Chaos-Innenstadt flutscht. Zack sitzen wir auf ner Treppe mitten im Hafenviertel Marseilles und hauen in die Saiten, auf’s Fell und auf Rasseln. Das Bier zischt wie Apfelsaft. Einige Marseillianer steigen in Jams ein und wir spielen wie frisch verliebte Backfische. Weitere Stationen im Stadtkern verlaufen ganz ok, gipfeln allerdings im Finale vorm Yachthafen. (19.30 Uhr)

Under the bridge
Bei Franzosen-Döner dürfen die Pommes nicht fehlen . . .

Franzosen essen ihre Döner mit Pommes und natürlich im Baguette. Keiner fragt “Mit scharf?”. Gut so, schmeckt überraschend knackig.Wir bekamen von Gönnern zwei Musik-Clubs empfohlen und niemand konnte uns aufhalten genau diesen Clubs unmoralische Angebote zu machen. Aufgeteilt in zwei Vierer-Gruppen wanderten die einen durch düstere Altstadt-Ghettos und die andren ganz woanders hin. Der eine Spähtrupp kam zurück und berichtete leider nix gutes, da der Club seit 2 Monaten ausgebucht sei. Das passt uns, dort brennen Mülltonnen und weiße, unwissende, deutsche Musiker auf Abenteuer-Tour sicher auch. Doch jetzt kommt’s! Die zweite Truppe kam mit der prickelnden Nachricht zurück, wir sollten doch morgen abend gegen 10 in der Bar “L’Intermediaire” spielen. Und genau so wird’s gemacht.

Am Yachthafen direkt nach dem Schnappschuss spielend den Döner verdaut

HEUTE: Die erste Rattlesnake-Show Frankreichs mit Bühne, Licht, ungedämpfeter Trompete, vollem Schlagwerk, schreienden Maries und Amelies findet Donnerstag in Marseille 22.00 Uhr Ortszeit statt. Wer also nix vor hat …. (22.30 Uhr)

Rotwein auf dem Campingplatz kostet 15 Euro. Hui! (00.30 Uhr) “Wir sehen uns morgen… Aber diesmal echt so gegen 11… echt jetzt.”

Beschlüsse:

  • Mehr Yachthäfen
  • Immer strullern gehen vorm Aufbruch
  • Früher aufstehen

materielle Verluste:

  • Dem Fabbes sein Hut hat nen Riss
  • Martin B.s Schlüpfer letztendlich vernichtet. Besser so.

physische Verluste:

  • CarPes linker großer Onkel von Flip-Flop nahezu abgetrennt
  • Djembe lässt Trommlerhände anschwellen
  • Durchschnitts-Zahl an Mückenstichen: 13 pro Kopf

21.08.2008 - Ab hier is’ schlimm

Hektisch am Eigenwerbung betreiben

Nicht jeder Bankautomat funktioniert hier, folglich kann’s auch ma’ länger dauern. Also sitzen wir gegen halb 4 frisch bepackt mit 200 Flyern und 4 Plakaten am Hafen und belästigen jede hübsche (also jede) Frau, die unsren Weg kreuzt.
Baguette, Käse, Wurst und ne Flasche vin rouge. So fühlt sich Frankreich an. Unwissend der Dinge die geschehen sollten.

Im quartier nord geparkt - Scheibe im Sack

“Whisky, Whisky, Yankee, Charlie. Treffen am Bus!” … 30 Minuten später sitzt man vor den Vehikeln. Weitere 6 1/2 Minuten danach: “Haste des eigentlich schon gesehn? … Krass! … Die Scheibe is voll am Arsch.”

Schon repariert

Der Zwischenstop am Klapperschlangen-Bus, um unsre Waffen für den Straßenkampf zu besorgen, entpuppt sich als böses Erwachen. Die rechte Hinterscheibe des Beiwagens ist zertrümmert. Kaum zu glauben welche Auswirkungen Glasscheiben-Splitter auf dem Bordstein haben können. Wir wurden beraubt, tief gekränkt und sehr viel klüger. Die nette Marseiller Polizei erklärt uns, dass genau hier die schlimme Gegend beginnt und wir wissen, warum wir seit 3 Tagen immer so leicht ‘nen Parkplatz bekommen. Ja, hier wurde einem nackten Mann in den Hosensack gegriffen. Wie hart kann’s noch werden? Im Hinterkopf behaltend, dass wir heute Abend hier in dieser Stadt unser erstes Club-Konzert geben, reissen wir uns zusammen und organisieren das nötigste.

Das muss krachen heut. Und zwar doppelt so hart.

Genau so kommt’s. Franzosen tanzen zu musique rambla a la Mayence. Der Club wird gefüllt und betanzt. Trés bon! Die Bar L’intermediaire und die Klapperschlangen vertragen sich sehr gut. Die Caipirinhas sind sehr klein und brennen jetzt noch.

A la Bar L'Intermediaire

“Whisky, Whisky, Yankee, Charlie… Stoppt ma die Eierklopperei. Los geht’s! On roulent.”

Beschlüsse:

  • Nich so hart in die Glocken. Aua Aua
  • Noch mehr Umsatz machen. Dringend.
  • Marseiller Nordviertel meiden. Döner gibt’s auch im Süden.

materielle Verluste:

  • Macbook Pro in schwarzer Medion-Laptoptasche, bisschen kaputt unten an der einen Ecke und externe Festplatte mit privaten Videos drauf.
  • Autoscheibe
  • Martin T.s Zahnbürste war kurz ma weg.

physische Verluste:

  • Regisseur erlebt Trauer bedingte Kreislaufschwankungen. Wir alle fühlen mit dir, Christoph.
  • Schlimmes weiß-rotes Muster auf Alex’ Schulterpartie. Sieht ungesund aus.
  • Ernsthafte Bedenken betreffs der Zeugungsfähigkeit einiger Bandmitglieder.

22.08.2008 – Carglasss repare, Carglass remplace

Leider hat sich das Campingplatz-Gastro-Team gestern nacht heftig weggeschossen, folglich gibt’s nur Kaffee, Whisky, Pastis und Bier zum Frühstück. Alles andre sei unter den gegebenen Umständen nicht umsetzbar. Also bleibt’s beim Grand Café au lait.

Die gute Nachricht ist, dass wir Sonntag abend auf diesem Campingplatz das Abendprogramm gestalten werden und wir dann wahrscheinlich mit verantwortlich sein werden für derartige Exzesse. Keine Spur von schlechtem Gewissen. Die haben’s so gewollt. Und zum ersten mal bekommt das Orchester eine garantierte Festgage von 150 €. Spannend!

Erste Aufgabe: Zerstörte Autoscheibe reparieren lassen. Carglass soll’s richten und macht uns nen Kostenvoranschlag von 250 Euronen. Die Bandkasse wird das hassen.

Für heute war geplant nach Aix en Provence zu düsen, dort die Zelte aufzuschlagen und der dortigen Carglass-Filiale das demolierte Auto zu überlassen.

Conny et copine

Uns erwartete in Aix die denkbar flauschigste Herberge, die sich sieben angeschlagene Musik-Vagabunten vorstellen könnten. Das von zauberhafter Frauenhand geführte Häuschen bietet uns nicht nur schnuckeligste Schlafplätzchen, sondern auch ein verführerisches Beckchen voller frischem Nass, dass naturellement, von uns quirligen Zigeunerchen behüpft wird.
Lest Sylvies blog

Gipsys in Paradise

Chef à la cuisine Budai fetzt uns dann noch ein ordentliches Chili vorn Latz. Heiss ….. aber guut. Bon appetit. Ach … und den Nachschlag nich vergessen.

Keine 10 Minuten dauert die Verdauungsphase und schon sitzen instrumentierte an der wohlfeil dekorierten Essens-Tafel.

Falls ein Instrument fehlt, bastelt Fabbes eben schnell mal ne Panflöte aus Schilf.

Nach einer fulminant feurigen Diskussionsrunde, ob der weiteren Planung wird mit ein oder zwei vin rouge gejammt bis die Augen zu fallen und wir uns auf der Terrasse und im Haus in warme Ecke verkriechen. Erschöpfte Schlangen schlafen träumend vom Sturm auf Aix.

Axt gefunden!
Auch im Paradies hats Terrassen

Beschlüsse:

  • Mehr Blasmusik machen. Geht ganz gut ab.
  • Die Panflöte wird fertig geknotet.
  • Rosé für 0,90 € geht auch.

materielle Verluste:

  • Eigentlich keine.
  • ganz im Gegenteil.
  • haben ein Hackebeil im Gebüsch gefunden!
  • Wobei… * Alles weggeraucht. Hmpf.

physische Verluste:

  • Vereinzelte Nervenstränge diskussionsfreudiger Zankhähne
  • Kameramann am Fingerchen verletzt.
  • Leichte Thoraxprellung beim Bauchplatschern zugezogen
  • Furunkelartiges Gewächs auf Fabs linker Lippenecke. Sieht aber schon viel besser aus jetzt.

23.08.2008 – Die Straßen von Aix

Die morgentlichen Reparaturarbeiten am Begleitwagen geben uns die Möglichkeit, die Stadt zu erforschen und für die anstehenden Performances die geeigneten Plätze zu finden. Aix ist sehr schnuckelig. Kleine verwinkelte Gassen und romantische Plätze laden gerade zu dazu ein, dort unsren Gitarrenkoffer mit Kleingeld füllen zu lassen.

Wir schnappen uns gegen mittag unsre Instrumente und laufen von der Villa Kunterbunt Richtung Innenstadt. Ein Zwischenstop im benachbarten Park erlaubt uns ne erste Warm-Up-Session zu geniessen.

In den Straßen von Aix

In der Innenstadt laufen die Geschäfte sehr gut. Nach 2 Minuten Klapperschlangen-Gesang ist der kleine Place St. Honoré gefüllt und die Groschen klimpern. Ohne Rücksicht auf Verluste wird gejammt, gerockt und albern getanzt. Kennt man ja.

Wir bleiben bis halb zehn Uhr abends auf den Plätzen und die Stimmung im Orchester ist trotz harter Arbeit entspannt, ja fast schon so richtig gut. Könnte natürlich auch der unfassbaren Anzahl hübscher Damen liegen, die hier durch die Straßen schlendern. An jeder Ecke ein Model, Grund genug dauerhaft die Mundwinkel oben zu halten. Hier is schön.

Christoph filmt

Mit nem prallen Sack geht’s dann nach Feierabend in den n√§chstbesten Kiosk, um sich dort mit vin et p√¢tes einzudecken. Ein weiteres Festmahl vom Trommel-Martin und die Schlangen sind selig, pappsatt.

Völlig erschöpft und stolz auf getane Arbeit, gammeln wir nur kurz auf der Terrasse und dann geht’s Dodo machen.

Merci, Aix en Provence

Beschlüsse:

  • Bolognese statt Döner.
  • Besser auf unsre Sachen achten.
  • Beschlüsse mit “B” zu beginnen.
  • Buckeln lohnt sich. Weitermachen!
  • Baldmöglichst hierher ziehen

materielle Verluste:

  • Ein Rucksack samt Handy und Austausch-Socken geklaut bekommen. Kay braucht eure Telefonnummern.
  • Der erste, dafür doppelte, Saitenriss ist zu verbuchen. Saiten-Counter: 2
  • Gisela, die getreue Band-Hure, erlischt und wir verlieren ein liebgewonnenes Feuerzeug.
  • Fabiennes Glücks-Plektrum unauffindbar.
  • Diverse Schrammen an Morices Saitenspanner.

physische Verluste:

  • noch keine entdeckt, aber skeptisch.

24.08.2008 - Alles kaputt

Pizza für n Gig

Schlimme Neuigkeiten: Leider ist Carpes Festplatte wieder mal durchgeraucht. Das heißt, dass wir zukünftig leider keine Möglichkeit mehr haben, diesen Blog so aufwendig wie bisher zu führen.

Hier nur kurz die Fakten:
Morgens in Aix ne Frühschicht hingelegt und marschieren geübt.
Mittags nen platten Reifen entdeckt und ausgetauscht.
Zurück nach Marseille und etwas außerhalb aufm Campingplatz gespielt. Als Belohnung gab’s Gage, Pizza und ne Limo.
Erschöpft klingt der Abend im Zeltlager aus.
Wir entscheiden uns für Montpellier und riskieren alles. Dort muss die Kasse klingeln.

Wir warten noch immer darauf, dass ein Veranstalter unseren Bandnamen mal richtig schreibt
Und die Karre ist schon wieder hin . . .

25.08.2008 - Alors, ab nach Lyon

Guten Morgen, der Herr!

Spontan entscheiden wir uns dann doch für Lyon und verbringen den Tag im Bus. Die finanzielle Lage sieht gar nich rosig aus, ein Trip nach Montpellier scheint zu riskant. Also schnell noch 9 Baguettes und billige Salami kaufen und ab nach Norden, dem zuhause etwas näher kommen…

Wir finden kurz vor Lyon ne idyllische Wiese direkt an der Rhone und schlagen unsre vier Zelte auf. Ein Spähtrupp checkt die Lage in der Großstadt, der Rest kriegt die Reste des soooo leckren Eintopfes und dann kriechen die Klapperer in ihre Schlafsäcke.

Zigeuner campen frei. . .
. . . und zahlen mit Münzgeld

Beschlüsse:

  • Montpellier besuchen wir nächstes mal
  • Autobahn-Auffahrt-Tickets heben wir auf bis zur Gebührenstelle. Is billiger.

materielle Verluste:

  • Benzintank frisst unsre Nahrungsreserven

physische Verluste:

  • Martin T. erholt sich nur schleppend.
  • Martin B. übergibt sich beim Steh-Kacken. Bäääh.

26.08.2008 - Multikultureller Selbstmord

Unsre nächste Location to play

Um sieben Uhr weckt uns eine Rasenmäh-Kampfmaschine und wir sind hellwach. Man vertreibt uns von der Wiese und wir flüchten ins Herz von Lyon.
Der erste Eindruck ist überwältigend. Unglaubliche Gebäude erheben sich um uns herum. Hossa, is das ne geile Stadt. Schnell nochn Kaffee in den Hals und ab zu den Waffen.
Wir starten in der verträumten Altstadt und finden dankbares Publikum. Weiter geht’s in der pulsierenden Neustadt und wir bekommen ne Bestätigung für ne Show in “Johnny’s Kitchen” nem Irish Pub mitten im Herzen der Stadt.

Die Geschäfte liefen gut und wir füllen den Keller von Johnny’s Kneipe dank Flyer-Action und Martins Wirkung auf französische Mädchen.

Nachdem wir beim Kneipenquiz den dritten Platz mit nem Bier entlohnt und unsre Gage eingesteckt haben, müssen wir dringend los, uns eine Schlafgelegenheit suchen. Wir werden um halb drei auf nem Acker südwestlich von Lyon fündig. Direkt neben ner Kuhherde. Hier is gut. Pipi, Kaka, Bon Nuit.

The Rattlesnake Orchestra live at Johnny's kitchen!
Hach. . .
Lyon ist reich. . .
. . . und wunderschön!

Beschlüsse:

  • Wir bleiben bei Lyon. Mindestens noch einen Tag.
  • Öfter waschen… irgendwie, irgendwo.

materielle Verluste:

  • drei Heringe verbogen
  • Moritz’ Effektgerät will einfach nicht mehr
  • schonwieder ne Saite gefetzt. Saitencounter: 3

physische Verluste:

  • Martin T.’s Gesundheitszustand ist besorgnisserregend. Sieht er aber anderster.
  • Kaum noch freie Stellen für weitere Mückenstiche
  • Hunger!

27.08.2008 - Wenn der Rubel rollt…

Unsere absolute Lieblingsstadt!

Wir erwachen auf ner Buckelpiste und hetzen schnell wieder zurück in unsre Lieblingsstadt. Schnell erobern wir die Altstadt-Gassen genießen die wohl schönste Bühne der Welt.

Fleißig sammeln wir Kleingeld und Strafzettel. Der Nahrungsmangel treibt uns an zu neuen Höchstleistungen.
Wir bekommen Plattenverträge angeboten und erhalten Einladungen von reizenden Geschöpfen. Verlockend…
Unser letztes Set spielen wir vor der Cathedrale St. Jean und sind danach fix und fertig. Wir brauchen jetzt dringend noch ein Plätzchen zum schlafen.
Auf dem Weg nach Meyzieux endecken wir ein wunderschönes Fleckchen Erde direkt an der Rhone und fahren von der Autobahn ab mitten ins Grüne. Für die dringend notwendige Hygiene wird der Fluß missbraucht… aaaah.
Der letzte Abend der Tour findet auf ner romantischen Lichtung im Nationalpark statt. Genug Wein ist da, das Lagerfeuer brennt und die Gemüter sind ausgelassen. Drei Bäume müssen leider zwecks Brennholz-Versorgung dran glauben. Der Wein wird nicht mehr die Sonne erblicken und die Schlangen werden schwere Köpfe haben…

Egal, wo wir hin sind, der Rubel rollte und rollte und rollte . . .
Und n Schlafplatz gabs auch noch

Beschlüsse:

  • Mehr Liebeslieder schreiben.
  • Hier bleiben, für immer.
  • Wir brauchen ein Akkordeon

materielle Verluste:

  • Zwei weitere Saiten durch. Saitencounter: 5
  • Kay’s 7,50 € Zelt is nur noch 7 € wert, es is an der einen Ecken abgerissen.

physische Verluste:

  • Jonas beim Dschungel-Run ganzen Arm aufgeschlitzt
  • Beim Holzfällen zahlreiche Schrammen erlitten.

29.08.2008 - Ankunft à Mayence - Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Noch ein letzter Blick

Wie im gestrigen Bauernfeld so auch im heutigen Nationalpark: die Schlafsituation ist buckelig. So gediegen Wasserfall und Feuerstelle abends waren, so voller Jogger ist der Park morgens. Dennoch: der Sprung ins Rhonewasser entschädigt für einiges.

Nach kurzer aber sehr steiler Anfahrt in Richtung Amphitheater und kostengünstigem Parkplatz rappelt sich das Orchester langsam wieder auf. Mit Wasser, Aspirin und Kaffee für uns plus Strom für das Equipment. Der Kaffee schmeckt und regt an: Martin B. empfindet den Jardin am Hang unter der gotischen Kirche nur bedingt befreiend.

Wie gesagt: mit MÜNZEN! ! !

“Whiskey, Whiskey, Yankee, Charlie! On roule!” hallt es die steilen Treppen hinab, und kurze Zeit später liefern wir einige befreite Abschiedskonzerte an unseren liebgewonnenen Plätzen in Vieux Lyion ab. Leider die vorerst letzten.

Und schon ist man auf dem Heimweg. Abfahrt in Lyon um 19.30 Uhr, Ankunft in Mainz gegen 6.00 Uhr. Zwischendurch wird gefahren, geraucht, geschlafen und Kleingeld aus dem Kassenbeutel an Tank- und Mautstellen “entsorgt”. Letzteres zumeist zur Ungemach der dort arbeitenden Personen. Nach geschlagenen 2690 Kilometern steht der Bandbus vor dem Proberaum und wird entladen. Dann noch ein zärtliches einander-in-die-Weichteile-klopfen und erstmal ein zwei Stunden schlafen. C’est ca, gute Nacht!

Wieder da! Mit Sponsorzettel und alles. . .

Beschlüsse:

  • Das mit dem Gypsy-Koffer nochmal überdenken, es wurde nie auf ihm getrommelt
  • Mit Glück noch den Abgabetermin für den STUZ-Bandevent schaffen
  • Die RamTamTam – Tour 2009 geht durch Südamerika!

materielle Verluste:

  • Und nun auch noch die g-saite. Saitencounter: 6
  • Unser geliebter Aufkleber auf der geliehenen Karre ist nun im Nirwana, möge er in Frieden ruhen

physische Verluste:

  • Seltsam! Immer noch keine . . .

31.08.2008 - Merci!

Jordan's Kunst

Maßgeblich daran beteiligt, dass die RamTamTam-Tour so gut geflutscht ist und Ziel unseres nie enden wollenden Dankes, waren und sind:

  • Fabbes Mama (Danke für die Bulletten!)
  • Jonas’ Eltern mit ner fetten Spritspende (Kürschner Saiten, merci bien)
  • David von den Shitshakers. Wir haben den Gypsykoffer echt gut behandelt, sprich: nie benutzt. Trotzdem danke.
  • Martin, unseren Proberaumvermieter. Danke für die Cases.
  • Dana für das formidable Banner aus Sack und Klamotte. Das weltbeste Banner der Welt!
  • Conny und Sylvie für die fürstliche Behausung in Aix. Selten schöner gejammt!
  • Remy für Lagerfeuer und Lagerbier
  • Der Camping-Platz-Checker. Eine kostenlose Nacht am Strand verdanken wir dir
  • Music Shop Liebrecht (Kabel ohne Wackler. Geil!)
  • Musik Alexander (der Akustikbass funzt)
  • Alle, die unser Spendenkonto benutzt haben, allen voran Max mit der dicksten Spende
  • Die Carglass-Filliale in Mariagne. Merci pour la schnelle Reparatur
  • Alle Franzosen, die Münzen in unseren Hut geworfen haben, ohne euch wären wir schlicht verhungert
  • Alle fleißigen Leser und Kommentierer unseres Blogs. Schön, dass es euch gibt…

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